Wizard of Oz

Bei einem Wizard of Oz-Prototypen werden Funktionalitäten getestet, die noch gar nicht umgesetzt oder implementiert wurden. Der Prototyp ist technisch noch nicht funktionsfähig. Die Funktionalität des Systems wird durch einen Menschen simuliert der im Hintergrund agiert. Die Methode eignet sich für DVGM vor allem bei der Validierung von Kunden-DVGM-Interaktionen.

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Wizard of Oz

Einleitung und Hintergründe

Ziel der Methode

Test konkreter Funktionalitäten anhand eines einfachen Prototypen des zu entwickelnden Produktes oder DVGM.

Der Name dieser Methode geht auf die Geschichte „Der Zauberer von Oz“ von Lyman Baum zurück. Hierin erschuf der Jahrmarktschreier lediglich die Illusion eines „Zauberers von Oz“.Die Methode wurde erstmals im Sinn eines generellen Testinstrumentes von Fraser und Gilbert (1991) beschrieben. Heute dient diese Methode vor allem für die Mensch-System- bzw. Kunden-Interaktionsanalyse als bewährtes Standardwerkzeug sowohl in der Wissenschaft, als auch in der DVGM-Entwicklung.

Die Wizard of Oz-Methode basiert auf der Idee, komplexe technische Funktionen, in der Testphase schlicht durch einen Menschen ausführen zu lassen.

Das berühmteste und auch wesentlich ältere Beispiel für eine „Wizard-of-Oz“-Anwendung ist der sogenannte „Schachtürke“. Dies ist ein von Wolfgang von Kempelen erfundener -scheinbar selbstständig agierender - “Schachroboter”, der sogar Maria Theresia von Österreich um 1770 beeindruckte. In Wahrheit befand sich unter der Tischplatte jedoch ein Mensch, der den Roboter steuerte.

Warum diese Methode sinnvoll ist

Diese Methode bietet sich an, um Produkte, deren Bestandteile oder die Interaktion mit diesen zu testen, noch bevor man sich überhaupt für deren Entwicklung entscheidet. Im Zuge der Methode werden Fragen beantwortet wie:

1

Wie gehen Kunden mit einer neuen Technologie um?

2

Wie erleben bzw. akzeptieren Kunden die neue Technologie?

3

Lohnt sich die technische (Weiter-)Entwicklung überhaupt?

Kurz & Knapp

Fokus
Funktionstest mit echten Kunden
Lernziel
Hypothesen des DVGM überprüfen u. weiterentwickeln
Vorteil
Ohne einen echten Prototypen bauen zu müssen, können Kernfunktionen am Kunden getestet werden
Nachteil
Sehr zeitaufwendig in der Vorbereitung und Planung
Dauer
mehrere Tage
Voraussetzungen
Ein Proband, ein Leiter, ein Wizard [Person, die das System simuliert], ein Protokollant
Notwendiges Material
abhängig vom Prototyp-Design
Ähnliche Methoden
Prototyping, Business Simulation

Durch Wizard of Oz-Prototypen bzw. Anwendungen können sehr aufwendige Produktideen oder deren Kernfunktionen getestet werden. Ist das Test-Setting gut gebaut, glaubt der Testkunde mit einem funktionierenden Echtsystem zu interagieren. Dies steigert nicht nur die Datenqualität, sondern ist auch ein wertvoller Beweis der Markttauglichkeit [Proof of Concept], welcher bei Investoren mitunter mehr Eindruck macht als ein gut strukturierter Businessplan.

Das theoretische Modell

unterscheidet die Methode in verschiedene Rollen:

Der Wizard

ist eine nicht sichtbare Person innerhalb des Experimentes, welche die Funktionsweise der Maschine oder Software ausführt. Der Wizard muss sich an [vorher] definierte Regeln halten, die der Funktionslogik entsprechen.

Der Test-Leiter

hat die entscheidende Aufgabe alles zu organisieren und zu strukturieren, während der Wizard in der Interaktion mit dem Test-Kunden gebunden ist, damit der Test ein Erfolg wird.

Das Frontend

ist die [einzige] Interaktionsmöglichkeit des Test-Kunden mit dem System. Die gesamte Kommunikation zwischen der Versuchsperson und dem System erfolgt dabei stets über den [verborgenen] Wizard.

Die Funktionalität

des Systems muss im Vorfeld klar definiert und in Verhaltensregeln für den Wizard übersetzt worden sein. Der Wizard hat keine Freiheitsgrade in der Interaktion, sondern muss den Verhaltensregeln strikt folgen.

Der Protokollant

hat aus Sicht des Tests die wichtigste Aufgabe, da er alle Ergebnisse der Interaktion und des Testaufbaus erfassen muss. Er nimmt nicht aktiv am Geschehen teil, muss jedoch alle Messpunkte erfassen können.

Aufwendiges Verfahren, je nachdem wie professionell man die Simulation gestalten möchte. Trotz dessen lohnt sich der Aufwand.

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AgilHybrid: Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ (Förderkennzeichen: 02L18A140) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Webseite liegt bei den Autoren.